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Hallux-Valgus

Verschobene Großzehen mit Ballenbildung – Der Hallux-Valgus

Diese unschöne Fußdeformation wird in den allermeisten Fällen im Laufe des Lebens erworben und nicht unbedingt vererbt. Folgende Ursache für den Hallux-Valgus liest und hört man häufig:

  • “Schiefe Großzehen und der Ballen haben mehrere Familienmitglieder”
  • “Frauen, die oft hochhackige und zu enge Schuhe tragen, bekommen schiefe Zehen“ Richtig, aber nicht immer wirklich war.

Gegenfrage: Warum bekommen Männer ebenfalls diese unschönen Füße mit schiefen Großzehen,  obwohl sie doch überhaupt keine Pumps und High Heels tragen?

Ursache für Hallux-Valgus

Dieser Artikel soll Eltern und Jugendlichen zugleich deutlich machen, wie es zu den verschobenen Großzehen kommen kann.

Der Grund ist fast immer im Gangbild und im Abrollverhalten zu finden. Ich schätze auf Grund meiner mehr als 30 Jährigen Beobachtungen die Ursache für die schiefen Großzehen mit einer Trefferquote von 95% ein. Somit sind die hier gemachten Aussagen nicht für alle Betroffenen zutreffend, aber für die Mehrheit. Ob Ihr Kind betroffen zählen wird, kann hier später ganz einfach festgestellt werden.

Fast immer führt ein Außengang zu dem Problem mit den großen Zehen. Oft sind die rechten und linken Füße unterschiedlich betroffen. Generell gilt folgendes:

Der Fuß wir vor dem Abrollen so aufgesetzt, dass er mit den Schuhspitzen nach außen zeigt. Beim Abrollen wird das Körpergewicht nur auf die Großzehe verlegt, anstatt wie es normal wäre auf alle fünf Zehen. Beim natürlichem Abrollverhalten kommen rund 50% des Körpergewichtes auf die Großzehen und der Rest wird über die vier Kleinzehen vertreilt, wobei die beiden Mittelzehen neben den Großzehen den Löwenanteil zu stemmen haben.

Wird das natürliche Abrollverhalten verändert und wird das Körpergewicht hauptsächlich über die Großzehen abgwickelt, dann wird bei jedem einzelnen Schritt ein erhöhter Druck auf die Großzehe ausgeübt. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, bleibt die Großzehe schief.

Die Entwicklung des Hallux-Valgus beginnt schon im Kindesalter,- allerdings sehr schleichend und darum wird das Problem fast immer von Kinderärzten überhaupt nicht und von den Eltern viel zu oft erst viel zu spät bemerkt.

Zweifelsohne begünstigen zu enge und hochhackige Schuhe die negative Entwicklung der Füße ganz erheblich. Man kann also sagen, dass Mädchen, die im frühem Alter (vor dem 25. Lebensjahr) schon hochhackige Schuhe tragen, früher unästhetische Füße bekommen werden, als die vernünftigen, die ohnehin auf solche Schuhe verzichten (auch wegen der Beine und der Wirbelsäule).

Fast immer haben die später vom Hallux-Valgus betroffenen zuvor bereits Senkfüße oder Knick- Senkfüße. Diese verlagern bei Belastung und beim Abrollen zwangsläufig das Körpergewicht auf die Fußinnenseiten, so auch auf die Großzehen.

Vermeiden von Hallux-Valgus

Den Hallux-Valgus vermeiden, ist eigentlich überhaupt nicht schwierig. Man muss sich nur etwas auskennen und das Thema ernst genug nehmen!

Bei Kindern zwischen dem ca. 4. und 12. Lebensjahr sollten die Eltern halbjährig die Spitzen von den schon eingetragenen Schuhen kontrollieren,- ab dem 13. Lebensjahr mindestens ein mal pro Jahr. Die Abnutzungsspuren sollten genau mittig zu sehen sein. (Man kann ggf. mit einem dicken Eddingsstift die Schuhsohle unten an der Spitze anmalen und das Kind damit eine viertel Stunde laufen lassen, dann wird sicher nur ein Teil der Markierung abgelaufen).

Senkfüße sollten generell therapiert werden (manche Eltern, Jugendliche aber auch Ärzte und Physiotherapeuten etc. sehen das allerdings nicht so). Senkfüße brauchen immer einige Übungen, die zur Festigung der Fußmuskulatur dienlich sind. Dazu gehören auch Bewegungsübungen für die Zehen. Alle Übungen können für Kinder auch spielerisch gestaltet werden,- der “gute” Kinderarzt, Orthopäde oder Therapeut zeigt diese wichtigen Übungen, die täglich so normal wie das Zähneputzen sind, grundsätzlich. Schließlich kann nur durch solche Gymnastikübungen der Grund für den Fußverfall genommen werden.

Bei mehr als 20% Gewölbeeinfall müssen Kinder und Jugendliche generell ordentliche Maßeinlagen in ihren Schuhen tragen, die die Füße in der natürlichen “gesunden” Form halten und sich dabei auch positiv auf die Gewichtsverteilung und somit auch auf das Gangbild auswirken.

Desto früher man mit den Therapien beginnt, um so besser sind die Ergebnisse. Ziel aller Eltern sollte es sein, es generell überhaupt nicht erst zu verkrümmten Zehen und zum Fußverfall kommen zu lassen!

Sind die Großzehen bereits schief, dann gilt ebenfalls der Grundsatz, um so früher der Therapiebeginn, desto besser und schneller die Ergebnisse!

Bis zum etwa 11. Lebensjahr reicht es oft aus, das Abrollverhalten durch Einlagen zu optimieren und regelmäßig die entsprechende, individuell festgelegte Gymnastikübung zu machen.

Ab dem 12./13. Lebensjahr wird es schon schwieriger. Gegebenfalls sollten dann zusätzlich auch Nachtbandagen verwendet werden, die die Großzehen über Nacht zurück in die natürliche Position richten.

Ab dem 40./50. Lebensjahr hilft in den meisten Fällen nur noch eine Operation.

Schiefe Großzehen, Außengang ohne das der Betroffene wirklich Senkfüße hat, gibt es ebenfalls – wenn auch nur sehr selten! Hier ist dann in einer Gang- und Abrollanalyse der Grund für den Außengang zu suchen. Ferner werden die Hüftgelenke und die Beine untersucht. Gegebenfalls ist es auch dann möglich, mit speziellen Einlagen den Gang zu korrigieren.

Vererben kann man den Hallux-Valgus eigentlich nur bedingt. Weil Kinderfüße noch flexibel und daher sehr gut formbar sind, kann man selbst bei Vorbelastung eine Korrektur ganz einfach durchführen. Zwar kommt es häufig vor, dass die Oma, der Vater und das Kind ähnliche Füße hat, allerdings hängt dieses in erster Hinsicht damit zusammen, dass wenn Großeltern und Eltern keinen großartigen Wert auf die Fußgesundheit legen, auch die Kinderfüße vernachlässigt werden.

Therapeutisch hochwirksame Einlagen zur Stützung und Korrektur der Fußfestigkeit und des Abrollverhaltens klingt für sehr viele Betroffene zunächst sehr erschreckend, insbesondere für Kinder, die kurz vor der Pubertät stehen. Die Angst und Sorge ist allerdigs unbegründet, weil hochwertige Einlagen so dünn sind, dass sie nahezu in jeden modernen Schuh hinein passen, der auch ohne Einlagen gut passt. Es gibt nur ganz minimale Einschränkungen und die sind fast immer nur dadurch zu erklären lassen, weil sich sehr viele Jugendliche für Einlagen schämen oder den Sinn für das Tragen von Einlagen einfach nicht erkennen,- fast immer funktionieren junge Füße schließlich schmerzfrei.

Da auch hochwirksame Einlagen quasi unsichtbar angefertigt werden können, wird sie kein Mitschüler erkennen können,- den schiefen Gang ohne Einlagen hingegen erkennt man schon… Das muss den Betroffenen nur ganz genau und einfach nur erklärt werden.

Nicht jede Einlage erfüllt den vom Patienten erhofften Zweck, auch dann nicht, wenn es sich lt. Rezept um orthopädische Einlagen nach Maß handelt.