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Plexidureinlagen

Bis zum Jahr 1999 war die klassische Plexidureinlage sicher die am meisten verschriebene Einlage Deutschlands. Wegen giftiger Dämpfe, die bei der Herstellung des Materials entstehen sollen, wurde die Produktion dieses Materials eingestellt. Fortan dominierte die Kork-/Leder Einlage, die heute weitgehend von den billigen Weichschaumeinlagen verdrängt wurde.

Auf die hervorragenden und hygienischen Trageeigenschaften, die perfekte Verformbarkeit und letztendlich auch der Nutzen der Plexieinlagen muss man aber auch heute nicht verzichten!

Es gibt inzwischen Ersatzstoffe mit identischen Eigenschaften.

Anfertigung von Plexidureinlagen

Um eine individuelle Maßeinlage anfertigen zu können, benötigt der Fachmann zunächst einen brauchbaren Abdruck der Füße.Bei goParadise geschieht dieses noch nach der alten Handwerkskunst mit einem Gipsverband oder Trittschaum, der später ausgegipst und nachbearbeitet wird. Welcher Abdruckmethode am günstigsten ist, richtet sich nach dem Fuß, im Regelfall reicht der Trittschaum aus.

Die Einlagen beschaffen wir als vorgeformte Rohlinge oder “Scheiben”. Selbst zuschneiden kommt nur im Einzelfall vor, wird aber auch heute noch gemacht. Es kommt bei der Anformung selbstverständlich darauf an, dass die Einlagen nicht nur für den Fuß, sondern auch für den Schuhtyp geformt werden. Einlagen für flache Schuhe sind anders als Einlagen für Schuhe mit einem erhöhten Absatz.

Ungeeignetes Schuhwerk für Plexidureinlagen

Je nach Schuh und Fußeinfall können die Einlagen auf den Schuh abgestimmt werden, so dass auch für schmale Schuhe gute Einlagen parat stehen.

Diese Umrisszeichnungen zeigen vier verschiedene Grundformen von Einlagen.

Nicht für jeden Fuß ist jede Einlagenform geeignet. Hier ist es erforderlich, dass Ihr Einlagenhersteller den Fußverfall deutet und sich genau vorstellen kann, wo der Fuß künftig auf der Einlage aufliegen wird. Jeder Fuß ist unterschiedlich und sogar zwischen Senkfuß und Senkfuß gibt es Unterschiede. Manche Gewölbe fallen direkt nach der eigentlichen Fersensprengung ein, andere erst im Mittelfußbereich.

Geeignetes Schuhwerk für Einlagen für Plexidureinlagen

Viele Schuhe haben eine eigene Gewölbeerhöhung. Da die Plexi-Einlage der gesunden Fußform angepasst ist und so stabil ist, dass der Hohlraum nicht unterfuttert ist wie bei Kork- oder Schaumeinlagen, können Plexi-Einlagen einfach in den Schuh gelegt werden, ohne dass die Innensohle entfernt werden muss.

Korrektureinlagen in Sandalen?

Selbst diese Möglichkeit besteht, wie auf dem Foto zu sehen ist. Die Einlagen werden so geschliffen, dass sie problemlos in den Schuh hineinpassen. Die glasklaren Plexieinlagen gegen den Knick-Senk- Spreizfuß fallen trotz Supinationskeil im getragenen Schuh kaum auf. Die abgebildeten Schuhe von Adidas zeigen eine recht beliebte Schuhform. Für viele Einlagen ist solch ein Schuhtyp ungeeignet,- Plexi Einlagen passen perfekt hinein!

Ganz gleich, ob die Einlagen gegen den Innengang oder einem starken Knickfuß wirken sollen, es gibt für alle Schuhe mit fester Sohle eine optimale Lösung.

In festen Schuhen gibt es mit Plexi- Einlagen ebenfalls keine Probleme, sofern der Schuh normal geschnitten ist und eine minimale Absatzhöhe hat. Falls der Schuh im inneren ein Glanzleder hat, kann es vorkommen, dass die Einlagen im festen Schuh durch die Reibung ein Knarrtschen verursachen. Sollte das der Fall sein, kann man mit Babypuder die Einlagenränder im Schuh und die Außenseiten der Einlagen einreiben. Danach ist das Knarrtschen sofort verschwunden.

Indikation für Plexidur Einlagen

Diese Einlagen sind je nach Ausführungsvariante hervorragend geeignet bei Senkfüßen, Plattfuß, Knick-Senkfuß, Knick-Plattfuß und auch in Zusammenhang mit Spreizfüßen.

Plexidureinlagen guter Ruf – schlechter Ruf

Immer wieder höre ich in der Tagespraxis eine sehr ablehnende Haltung gegenüber Plexidureinlagen. “Als Kind haben mir diese Einlagen nicht geholfe.”

Dieser Aussage muss ich bedingt sogar zustimmen. In den 60ér und 70ér Jahren war es Standart, dass selbst Kindern mit nur leichtem Senkfuß Plexidureinlagen verschrieben wurden. Hinzu kam die Empfehlung, dass feste Schuhe mit Fersenkappen und harten Sohlen gekauft werden sollten. Das war ein großer Irrtum!

Ein weiterer, aber sehr erheblicher Faktor zum Thema Kindereinlagen generell ist psychologisches Natur! Der Schuhwunsch der Kinder wurde außer acht gelassen und auch die Tatsache, dass sich Kinder zwischen ca. 8 und 15 Jahren wegen ihrer “Gebrechen” sehr schämen, fand damals wie heute keine Berücksichtigung. Im Sportunterricht, beim Schwimmen oder beim Besuch bei Freunden ist aufgefallen, dass in den Schuhen Einlagen sind. Für die meisten älteren Heranwachsenden und Erwachsene ist das kein Problem, wenn ein anderer die Einlagen sehen kann. Bei Kindern ist das Schamgefühl wesentlich höher und die Gefahr als Plattfußindianer bezeichnet zu werden, sehr wahrscheinlich (Kinder können grausam sein.).

Ich kenne dieses Problem nicht nur von den ehemalig betroffenen, sondern auch aus der eigene kindlichen Erfahrung heraus. Darum nehme ich mir die nötige Zeit dazu, mit den Kindern die Problematik der Füße zu besprechen, weil die Kinder mit in die künftige Therapie mit einbezogen werden müssen,- einfach nur Einlagen zu verabreichen, bringt nicht viel! Wie der Senkfuß bereits am Schuh zu erkennen ist, wie das Gangbild zu deuten ist, begreifen auch Grundschüler.